Geschichte

Chronik zur Fahnenweihe 1989 der Schützengesellschaft Morschach

  

1619

 In Morschach wird in diesem Jahr die St. Sebastians- oder Schützenbruderschaft fondiert, deren kirchliche Konfirmation durch Papst Clemens IX. erst anno 1669 erfolgt. Ihre Fondation besteht in 100 Gulden Kapital und was an Opfer fällt. „Die Bruderschaft hat eine silberne, zwei Fuss hohe Bildnisstatue des hl. Sebastian, woran viele vergoldete Wappenschilde mit der Jahrzahl und dem Namen der Schützenmeister hangen“

 

1648

In Morschach erscheint eine Schützengesellschaft im Jahre 1648. Damals zählte das Lande Schwyz erst 6 selbständige Zielschaften, entsprechend den betreffenden Pfarreien. Ingenbohl (die siebente Pfarrei) hatte noch keine eigene Schützengesellschaft. Im Juli desselben Jahres bewilligt der Landrat den Schützen auf Morschach 9 Gulden für „Ihre Killwy“.

   

1667

Der Landrat verabfolgt den Schützen auf Morschach zur Erbauung eines Schützenhauses einen Beitrag von 30 Gulden.


1700 – 1800

In diesem Jahrhundert waren die grossen, schweren „Gabel-Rohr“, d. h. die Musketen im Gebrauch. 1731 wurde in einer neuen Schützenverordnung die Verfügung getroffen, dass jeder mit seinem Kriegsrohr, welches er an der Landesmusterung braucht (das war damals das Steinschlossgewehr) auf die Scheiben schiesset. Von nun an darf keiner mehr mit Lunten oder mit einem schweren Gabel-Rohr, sondern von freier eigener Hand – mit eigenem Rohr – ohne andere Beihilfe seinen Schuss abgeben.

Überall im Land wurde auch auch praktiziert, was die Schützen von Lauerz anno 1765 statuiert hatten: „Wenn einer ein schadhaftes Rohr hat, welches er nicht brauchen kann, so soll er als erstes mit einem anderen Schützen zusammen schiessen. Es sollen jedoch nicht mehr als 2 auf einem Rohr schiessen, ausser es sind Geistliche, Ratsherren oder Regierende Schützenmeister, denen wird erlaubt zu schiessen wo sie wollen.“

Nach einem Exercitium militaire aus dem Jahr 1794 lauteten die einzelnen Bewegungen auf Kommando wie folgt:

  1. Ladt’s – G’wehr

  2. Pfann – auf

  3. Greif d‘ – Patron

  4. Oeffnet d‘ – Patron

  5. Pulver auf d‘ – Pfann

  6. Schiesst d‘ – Pfann

  7. Zur Ladung’s – G’wehr

  8. Patron in – Lauf

  9. Ladstock – r’aus

  10. Stosst d‘ – Patron

  11. Ladstock an – ‘s Ort

  12. Fertig

  13. T‘ an

  14. Feuer

  15. Schliesst d’Pfann

  

1811

April
Vom dreifachen Oberallmeindrat in Schwyz wird auf gestelltes Ansuchen den Schützen von Morschach der Wildheuplätz Ober-Ratigen auf 6 Jahre zur Benutzung überlassen zur Herstellung ihres in Zerfall geratenen Schützenhauses.

 

1879

Die Feldschützengesellschaft Morschach gründete sich den 14. April 1879 in der Pension Betschart. Es wurden an dieser 1. Gesellschaftsversammlung Statuten mit 21 Paragraphen aufgestellt und angenommen. Diese Statuten wurden dann den 18. Juni 1879 vom hohen Regierungsrat genehmigt. Gleichzeitig wurde an dieser Versammlung auch der erste Schützenrat, bestehend aus 5 Mitgliedern, auf eine Amtsdauer von 2 Jahren gewählt. Es wurden nach bezeichnete Herren in den Vorstand berufen:
Schmid Josef Maria, Präsident
Rüedi Augustin, Schützenhauptmann
Betschart Melchior Sohn, Kassier
Betschart Balthasar, Fähndrich
Inderbitzin Paul, Helgenvogt
Als Rechnungsrevisoren wurden bezeichnet die Herren:
Gemeindeschreiber Schmid Paul, Marty Franz Sohn und Suter Martin Lehrer. Zum Schützenweibel und Zeiger wurde Steiner Augustin bezeichnet und auf 2 Jahre gewählt.
Im Mai 1879 wurde sodann die ehemalige Standschützengesellschaft mit der Feldschützengesellschaft vereinigt.


1889

18. Februar 1889
Die Versammlung wurde durch Abhaltung der beschlossenen Fahnenweihe mit einer kirchlichen Feier eingeleitet, wobei unser Hochwohlgeborener Ortspfarrer Franz Anton Betschart eine erhebende Ansprache an die Gesellschaft hielt.

30. Oktober
Die Aktiengesellschaft der Elektrischen Bahn Brunnen-Morschach machte dem Vorstand die Mitteilung, dass sie den Schiesstand um die Summe von höchstens 500.—Franken ankaufen würden, da sie denselben nicht absolut bedürfen. Sie verlangen möglichst baldige Antwort. Der Vorstand beschliesst, es solle auf den 8. November eine ausserordentliche Schützengemeinde einberufen werden. Es wurde beschlossen, der Versammlung den Antrag zur Annahme zu empfehlen, da er den jetzigen Schiessverhältnissen nicht mehr entspricht.
An der Schützengemeinde wurde der Schiesstand der Aktiengesellschaft der Elektrischen Bahn Brunnen-Morschach um die Summe von 500.—Franken als Eigentum abgetreten.

1906

22. Februar Generalversammlung
Auf Antrag des Schützenrates, es soll eine Vereinsfahne angeschafft werden, wurde ihm den nötige Kredit bewilligt.

 

1907

7. Februar Generalversammlung
Antrag des Schützenrates, der Schützenrat ist verpflichtet bis im Mai 1907 eine neue Vereinsfahne anzuschaffen.

15. Februar Schützenrat
Beraten wurde das Anschaffen einer neuen Vereinsfahne, nach längerer Diskussion wurde dann beschlossen, eine gemalte, statt eine gestickte zu besorgen. Um Gaben an diese neue Fahne zu sammeln wurde beschlossen, es sollen nur die Jungfrauen von Morschach angegangen werden, die diesbezügliche Unterstützung, respektive Beiträge dafür zu leisten, um die Kassa nicht zu stark in Anspruch nehmen zu müssen.

1920

Erstmals seit 1914 wird die ordentliche Generalversammlung wieder am schmutzigen Donnerstag abgehalten (1914-1918 erster Weltkrieg).

 

1925

Am Pfingstmontag hat die Feldschützengesellschaft Morschach mit vier Gastvereinen das fakultative Schiessprogramm pro 1925 auf unserem Schiesstande auf Degenbalm als Feldsektionswettschiessen durchgeführt. Im 1. Rang war die Feldschützengesellschaft Morschach.

 

1926

11. Feburar Generalversammlung
Traktandum 7: Erstellung eines Schiess- und Scheibenstandes.
Am 15. März 1914 wurde von einem Mitglied unseres Vereins den Antrag gestellt, man solle auf die nächste Generalversammlung Plan und Kostenberechnung machen lassen für die Erstellung eines Schiess- und Scheibenstandes, was aber infolge Grenzbesetzung immer verschoben wurde. Da nun aber wieder ruhigere Zeiten eingetreten sind, hat sich der Vorstand nach 12 Jahren die Mühe genommen, das Projekt wieder frisch an die Hand zu nehmen.

24. März Schützenrat
An der heutigen Sitzung wurde beschlossen, Sonntag den 28. März ein Wettschiessen zwischen den Ledigen und Verheirateten zu veranstalten. Doppel 1 Fr. Die gewinnende Partei erhält Wurst und Brot und eine Flasche Bier. Die Unterliegenden nur Wurst und Brot. Die Verheirateten gingen als Sieger hervor.

  

1928

An der Schützenratsitzung vom 19. April 1928 wird mit der Baukommission beschlossen, das Schützenhaus am heutigen Standort zu erstellen (auf der Liegenschaft Lorenz Inderbitzin Hausmatt) wie auch der Zeigerstand.

9. Dezember
Kostenrechnung machen lassen für die Erstellung eines Schiess- und Scheibenstandes, was aber infolge Grenzbesetzung immer verschoben wurde. Da nun aber wieder ruhigere Zeiten eingetreten sind, hat sich der Vorstand nach 12 Jahren die Mühe genommen, das Projekt wieder frisch an die Hand zu nehmen.
Betreff Frohndienst des Zeiger- und Schütrzenhausbaues wurde Präsident der Baukommission Xaver Betschart angefragt. Er ermahnte die Schützen so viel wie möglich zu frohndiensten, damit die Schützengesellschaft nicht zu stark mit Kosten belastet werde und die Bauanlagen seien so einfach wie möglich zu erstellen, was mit Ausnahme von einigen Schützen mit Freuden angenommen wurde.

  

1929

Punkt 1 Uhr konnten die Schützenveteranen zum neuen Schützenhaus abziehen, um sich im Wettkampf zu messen. Es wurde den alten Schützen die Ehre zuteil, die ersten Schüsse im neuen Schützenhaus abzufeuern, was eine grosse Freude für die Veteranen war.
Als Meisterschütze des Tages war Franz Lüönd Gubel mit Maximum. Er erhielt den Lorbeerkranz mit 3 Silberzweigen.

 

1933

In der Schützenratssitzung vom 14. November wurde die Frage aufgegriffen, ob unser Verein dieses Jahr an der Fasnacht etwas bieten könnte. Nun hat der Vorstand beschlossen. Zu gegebener Zeit ein kleines Theater zu geben und mit den nötigen Vorarbeiten sobald als möglich zu beginnen.

  

1937

Freundschafts-Schiessen mit Brunnen zwischen Militärschützen, Standschützen und SG Morschach. Die drei Schützenvereine wurden in zwei Parteien eingeteilt: Japaner und Chinesen.


1939

An der Generalversammlung wird beschlossen eine neue Fahne anzuschaffen.

29. Mai, Pfingsmontag Fahnenweihe
Die Paten-Gesellschaft Militärschiessverein Brunnen wurde morgens zur Begrüssung empfangen. Sie war begeleitet von der Musikgesellschaft Brunnen. In der Pfarrkirche fand der Gottesdienst statt, vorgehend die Einweihung.
Nach dem Gottesdienst wurden die Vereinsfahnen im Schützenlokal, Pension Betschart, im Saal aufbewahrt. Nachher wurde mit dem Schiessen begonnen.
Beteiligung: 10 Sektionen mit 200 Schützen. Morschach belegte den 6. Rang.
Zugscheiben stellte Herr Greter Franz Fronalp, zur Verfügung.


1965

Am 29. August findet das Schützenfest unter dem Motto „es gaht um D’Orgelä“ statt. Es schossen um möglichst viele Punkte der Ski-Club, der Cäcilienverein und die Schützengesellschaft. Am Abend fand im Hotel Fronalp das Absenden statt. Zur Unterhaltung spielte die Kapelle Toni Schuler, Morschach.
Anzahl Teilnehmer 94, (Damen 25, Herren 69). Die Schützengesellschaft siegte knapp vor dem Ski-Club.
Der Reingewinn vom Schiessen und Unterhaltungsabend war zugunsten der neuen Kirchenorgel.

 

1969

Anlässlich der Weihe der neuen Fahne des Militär-Schiessvereins Brunnen-Ingenbohl, hatte die Schützengesellschaft Morschach die Ehre, wie bereits bei der letzten Fahne, Patensektion zu sein. Bei der Feier, die bei strahlendem Wetter in Brunnen stattfand, nahm der Vorstand unserer Gesellschaft in Korpore teil.


1970

An einer aussenordentlicher Generalversammlung wurde beschlossen, den Schützenstublibau mit Anteilsscheinen von Fr. 100.—und einem Wiesenfest zu finanzieren. Die Anteilsscheine wurden nicht verzinst und nach Losbestimmung zurückbezahlt. Die meisten verzichteten auf eine Rückzahlung. Ebenfalls wurde der Sebastians-Find belehnt.
Am 11. April, morgens um 09.00 Uhr war Baubeginn. Das Wiesenfest fand auf dem Gelände statt, wo heute das Schulhaus steht. Die Eröffnung des Schützenstublis am 30. August wurde mit dem Sie und Er-Schiessen und einem Eröffnungsstich gebührend gefeiert.

 

1973

Es erfolgte eine Anfrage von einem Reisebüro, ob die Schützen von Morschach mit den Schützen aus Weil im Schönenbuch Deutschland, ein Freundschafts-Schiessen durchführen möchten. Unsere Antwort war positiv. Dieses Schiessen fand am 9. Juni statt. Aus Schönenbuch haben 22 und von Morschach 30 Schützen teilgenommen.
Aus diesem Freundschafts-Schiessen und Besuch bei uns ist eine Freundschaft entstanden. Wir besuchten uns gegenseitig, 1978, 1983 und 1988 waren wir in Weil, 1976, 1980 und 1985 haben unsere Schützenfreunde aus Weil uns in Morschach mit ihrem Besuch erfreut.
Für uns war der Besuch von 1988 in Weil ein grosses Erlebnis, durften wir an Ihrem grossen Fest der 800 Jahrfreier des Ortes teilnehmen.

 

1976

Standeinweihung 29. August
Bei herrlichem Wetter wurde die Einweihung der Schiessanlage, verbunden mit einer heiligen Messe, beim Schützenhaus abgehalten. Mit besinnlichen Worten leitete Pfarrer Alfred Marty die feierliche Messe ein. Baukommissionspräsident Steiner Alois sowie Gemeindevizepräsident Josef Betschart Gertschen, richteten einige Worte an die versammelten Schützen.

 

Standeröffnungsschiessen 14., 15. Mai
37 Sektionen mit 893 Schützen haben an diesem Wettkampf teilgenommen.
1. Rang Schützengesellschaft Schwyz
Von der Schützengesellschaft Morschach haben 50 Schützen teilgenommen.

  



1979

Generalversammlung 2. Februar
Es wird beschlossen eine Standarte anzuschaffen. Hergestellt wurde die Standarte im Frauenkloster am Bach in Schwyz.

Dem Vorstand wird ebenfalls der Auftrag erteilt neue Statuten auszuarbeiten und im Verlaufe des Jahres an einer ausserordentlichen Generalversammlung den Mitgliedern vorzulegen.

1988

Restaurationsarbeiten des Fahnens:
Vereinsfahne – Schützengesellschaft Morschach 1879   1939  Fahne auftrennen – Flammenteil aus neuem Uni-Taffet anfertigen, Schrift auf ein neues Band sticken,  beim Medaillon mit dem Dorf den Himmel aus neuem Stoff anfertigen, das Medaillon mit dem Gewehr auf neuen Stoff übertragen, Konfektion mit rot/weissen Fransen, vorhandene Ringe wieder einsetzen.
Neue Spitzenschleife, rot/weiss mit Masche und 2 Bändeln, Ringe von der alten Schleife übernommen. Qualität Uni-Taffet, reine Seide.


Der Hl. Sebastian

Eine ganz besondere Eigentümlichkeit der Zielschaften des alten Landes Schwyz sind die „Schützenbascheli“. Unter diesem Kosenamen bezeichnen unsere Schützen seit altem ihre Standbilderdes hol. Sebastian, des anerkannten Patrons aller Zielschaften. In der Einzahl heisst er auch kruzweg der „Basch“, und der Heilige hat das gar nicht ungern, denn nach unserem Sprachgebrauch nannte und nennt man doch sozusagen jeden, der auf den Namen des hl. Sebastian getauft ist, mit der kräftigen Abbreviatur „Basch“.
Ihrer alten Bestimmung Anschaffung entsprechend, werden heute noch die St. Sebastiansbilder der einzelnen Schützengesellschaften von diesen selbst, d.h. vom Schützenmeister oder vom Kassier (Helgenvogt) verwahrt. An einigen Orten ist der „Basch“ in die Kirchensakristei oder auch in den Pfarrhof gewandert; die Schwyzer haben den ihrigen in neuerer Zeit sogar bei der Kantonalbank deponiert. In einzelnen Gemeinden versieht er noch am Ausschiesset das Amt eines Gabensammlers, wird bei besonderen Anlässen in der Kirche auf den Altar gestellt, bei Prozessionen benützt, auch beim Ausschiesset ins Schützenhaus getragen.